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L. A. Ring

Ring 1854–1933 Roskilde

Laurits Andersen wurde auf dem Land geboren, was Zeit seines Lebens prägend für ihn blieb. So nahm er nicht nur den Namen seiner Geburtsstadt Ring auf Südseeland an, er nahm auch die Bedingungen der Landbevölkerung als Schicksal auf sich. Ring hat sich nie von seiner einfachen Herkunft distanziert, sondern diese im Gegenteil zum alles beherrschenden Thema seiner Kunst gemacht. Als Kind zeigte Ring keine Anlagen für die Kunst, und von Seiten der Familie gab es auch keine Ambitionen in dieser Richtung. Die Sehnsucht nach der Kunst sollte erst später in dem Zimmermannssohn wachsen. Nach der Konfirmation im Jahr 1869 machte Ring eine Malerlehre, bis er 1874 auf die Kunstakademie in Kopenhagen kam. Hier waren Frederik Vermehren (1823–1910), der Porträts und Alltagszenen malte, und der Historienmaler Niels Simonsen (1807–1885) seine Lehrer. Doch entsprach ihr strenger akademischer Unterricht nicht Rings Erwartungen, und so verließ er nach drei Jahren die Akademie. Ring debütierte 1882 auf der jährlichen Charlottenborgausstellung.

In den folgenden Jahren vor seinem Durchbruch 1884 mühte Ring sich, seine technischen Fertigkeiten zu verbessern. Er blieb in seinen Bildern der sozialen Kritik treu, ohne jedoch zum Propagandisten zu werden. Das schwere Leben, besonders der Landbevölkerung, schilderte er durch präzises Erfassen. In einzelnen Werken scheint der Symbolismus durch, und inspiriert von Jean-François Millet (1814–1875) schilderte er Bauern beim Säen und Ernten. Ring gehörte außerdem zu den bedeutendsten dänischen Landschaftsmalern in einer bis in die Klassik zurückreichenden Tradition.

Jacob Helbo Jensen