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Kristian Zahrtmann

Rønne 1843–1917 Frederiksberg

Kristian Zahrtmann nimmt einen wichtigen Platz in der dänischen Kunstgeschichte ein. Und zwar aus mehreren Gründen. Ein Grund ist, dass er eine Reihe von Jahren (1885–1908) durch seine kunstpädagogische Tätigkeit die treibende Lehrkraft und Leiter der Kunstnernes Frie Studieskoler war. Dadurch beeinflusste Zahrtmann die künstlerischen Strömungen, die Anfang des 20. Jahrhunderts die Agenda bestimmten. Der Künstlerkreis der Fünenmaler und die frühen Modernisten hatten alle von Zahrtmann und seiner Kunstauffassung den letzten Schliff erhalten. Der zweite Grund, weshalb Zahrtmann einen so wichtigen Platz einnimmt, ist sein künstlerisches Wirken. In vorderster Reihe stand in Zahrtmanns Werk seine große Serie mit Motiven aus dem Leben der Königstochter Leonora Christina (1621–1698), so wie sie es in ihrem Erinnerungsbuch Jammers minde (Leidensgedächtnis), Dänisch 1869, Deutsch 1871, schilderte. Er erhielt seine Ausbildung 1864–1868 an der Kunstakademie u. a. von W. Marstrand (1810–1873) und F. Vermehren (1823–1910). Besondere Bedeutung hatte Italien für Zahrtmann, und er zog die Heimat der Antike Paris vor. In den Jahren 1890–1911 kehrte er jeden Sommer nach Cività d’Antino zurück. Er nahm nacheinander seine Schüler mit und führte sie zu künstlerischen Höchstleistungen.

Fleur Wetterholm