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Harald Giersing

Kopenhagen 1881–1927 Kopenhagen

Giersing hatte früh davon geträumt, Künstler zu werden. 1900 wurde er an der Kunstakademie in Kopenhagen aufgenommen. Nach vier problematischen Jahren verließ er die Schule ohne Abschluss. Der Besuch 1904 bis 1906 der Kunstnernes Frie Studieskoler unter der Leitung von Kristian Zahrtmann (1843–1917) ermutigte und inspirierte ihn zu einer freieren malerischen Entfaltung. 1906 reiste er nach Paris und orientierte sich hier an den Zeitströmungen und wurde von den Bildern der Fauvisten beeindruckt. Nach seiner Rückkehr trat Giersing schnell als Führer der jungen Künstler hervor, die sich in der Vereinigung Ung Dansk Kunst (Junge dänische Kunst, 1910–1912) zusammenschlossen.

Er galt als „Radikaler“ und hatte es darum schwer, Mitglied von Den frie Udstilling zu werden, wozu es schließlich 1914 kam. Im darauffolgenden Jahr war er einer der Hauptverantwortlichen für die Auflösung von Den Frie Udstilling, die zur Gründung der Künstlervereinigung Grønningen führte. Von 1917–1920 schrieb Giersing in der Zeitschrift Klingen, wo er für die Unterstützung junger Künstler agitierte und manifestartige Texte verfasste. Seine ganze Karriere hindurch zeigte Giersing eine große Kompromisslosigkeit in seiner Malerei; 1927 starb er jung während einer Grippeepidemie.

Jacob Helbo Jensen