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Lovis Corinth: Sommer

Sommer

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1905 | Öl auf Leinwand, 58,2 x 56,2 cm

Lovis Corinth zählt neben Max Liebermann und Max Slevogt zu den drei großen deutschen Impressionisten. Er hatte zunächst an der Akademie in Königsberg studiert, dann in München, wo er sich ebenso wie später in Berlin der Sezession anschloss. In Berlin eröffnete er 1901 eine Malschule und heiratete 1903 seine erste Schülerin, die über zwanzig Jahre jüngere Charlotte Berend. Sie wurde sein wichtigstes Modell. Auch im Gemälde „Sommer“ ist sie dargestellt. Das Bild entstand während eines Sommeraufenthaltes des Paares in Braunlage im Harz. Charlotte trägt einen mit Rosen geschmückten Hut, ihr Oberkörper ist lediglich an Armen und Brust von einem feinen Stoff umhüllt und erscheint beinah als Akt. Sie blickt den Betrachter direkt an. Blick und Nacktheit ihres Oberkörpers lassen das Porträt sehr intim erscheinen, wohingegen der reich geschmückte Hut repräsentativ wirkt. Die Verbindung solcher Gegensätze zeichnet die Kunst Corinths aus. Das Vorbild altniederländischer Porträts, etwa eines Fans Hals, wird im Gemälde „Sommer“ ebenso ersichtlich wie das der modernen französischen Malerei. Corinth wählte kraftvolle Farben, die er pastos und mit deutlich erkennbarem Pinselstich auf die Leinwand brachte. Das Gemälde ist einerseits ein sehr persönliches Porträt seiner Frau. Unter dem Titel „Sommer“ wird es jedoch zur klassischen Allegorie.

Alexander Bastek