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Harald Slott-Møller: Min Hustru

Meine Ehefrau

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1887 | Öl auf Leinwand, 191 x 104 cm | Foto: Ole Akhøj

Um das Jahr 1900 zählte Harald Slott-Møller zu den wichtigsten Künstlern der dänischen Kunstszene. So gehörte er der von Künstlern geführten Kunstnernes Studieskole an (gegründet 1882) und einige Jahre später der Künstlervereinigung Den Frie Udstilling (gegründet 1891). Damit zählte Slott-Møller zur jungen Avantgardegeneration, die sich gegen die veralteten Unterrichtsprinzipien der Akademie und die schwierigen Ausbestellungsbedingungen für die jährlichen jurierten Ausstellungen auf Charlottenborg auflehnte. In derselben Kunstnernes Studieskole begegnete Harald Slott-Møller seiner späteren Ehefrau Agnes Rambusch (1863–1937). Das hier gezeigte Porträt entstand 1887, ein Jahr vor ihrer Eheschließung. Anfänglich wurde es nur unter dem Titel Porträt ausgestellt, später als Porträt von Frl. Rambusch, und schließlich und endlich unter dem jetzigen Titel Meine Ehefrau.

Das Gewicht liegt auf dem Psychologischen und der Besonderheit ihres Charakters – zugleich enthebt der undefinierbare und von Schatten überzogene Raum sie der Zeit und dem Ort. Das Porträt spiegelt eine stolze Frau. Sie blickt siegesgewiss in die Zukunft und trägt damit zu ihrem Selbstverständnis als Künstlerin bei. Der verliebte Slott-Møller stellt hier seine Verlobte in einem faszinierenden Porträt als selbständige Frau vor, die ihm in den Erwartungen an die kommende Zeit eine gleichwertige Partnerin war. Sie gingen in eiserner Verbundenheit gemeinsam durchs Leben.

Jacob Helbo Jensen