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Max Liebermann: Vorstudie zum Bildnis des Dr. Max Linde

Forstudie til portrættet af Dr. Max Linde

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1897 | Öl auf Leinwand, 40,5 x 31,5 cm

Liebermanns Porträtstudie zeigt den Lübecker Augenarzt und Kunstsammler Max Linde, Bruder der beiden Maler Hermann Linde und Heinrich-Eduard Linde-Walther. Max Linde hatte um 1900 in Lübeck eine bedeutende Kunstsammlung aufgebaut, die unter anderem Werke von Rodin, Manet, Monet, Cézanne, Dégas und Whistler umfasste. Von 1902 an widmete er sich fast ausschließlich der Kunst Edvard Munchs, von dem er zahlreiche Arbeiten erwarb bzw. bei dem er Gemälde und Grafik in Auftrag gab. Als sich Linde nach dem Medizinstudium in Berlin zum Augenarzt ausbilden ließ, hatte er dort Max Liebermann kennengelernt. Dieser besuchte Linde 1896 in Lübeck und porträtierte den Sammler dann im Mai 1897. Neben der hier gezeigten Studie entstanden auch zwei größere Halbfigurenporträts.

Die flott gemalte Kopfstudie gibt Lindes äußere Erscheinung ganz unmittelbar wieder und gewährt zugleich Einblick in das Wesen des Porträtierten: Mit wachem und aufmerksamem Blick schaut der Augenarzt und Kunstkenner den Maler an. Eine weitere Ansicht – Linde deutlicher im Profil zeigend – findet sich um 90 Grad gedreht am unteren Rand des Bildes.

Alexander Bastek