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Svend Hammershøi: Søllested Kirke, set fra apsis

Søllested Kirke, von der Apsis gesehen

25.jpg Öl auf Leinwand, 41 x 22,6 cm | Foto: Ole Akhøj

Svend Hammershøi ist eine besondere Gestalt in der dänischen Kunst. Er war sowohl Maler als auch Keramiker und entwickelte in beiden Kunstarten seinen eigenen selbständigen Ausdruck. Zu Lebzeiten war er ein geschätzter Künstler, heute dagegen ist er an die Peripherie der dänischen Kunstgeschichte gerückt und wird hauptsächlich als der jüngere Bruder des auch im Ausland bekannten Malers Vilhelm Hammershøi (1864–1916) wahrgenommen.

Svend Hammershøi hatte zwei bevorzugte Motive – Bäume und Gebäude. Bei den Gebäuden fand besonders die ältere Architektur, bestehend aus einer Motivwelt von Granitkirchen und Schlössern, sein ganz großes Interesse, und diese hat er ganz oft in einer charakteristisch melancholischen Stimmung festgehalten.

Hammershøi erzeugt in seinen Bildern eine besondere Atmosphäre, geschaffen durch ein weiches, plastisches und diesiges Licht. Hammershøi scheint die Motive aber mehr in eine Lake aus graugelbem Kolorit zu versenken als den Raum durch das Licht zu öffnen. Kein Schatten betont das Plastische, wie man es gewöhnlich auf Architekturbildern findet; das Licht ist gefiltert, weich und von einer unbekannten Lichtquelle gleichmäßig verteilt. Seine Bilder bekommen dadurch eine traurige Stimmung, der man sich nur schwer entziehen kann.

Jacob Helbo Jensen