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Albert Gottschalk: Udsigt over Stege

Blick auf Stege

23.jpg 1895 | Öl auf Leinwand, 20 x 35,5 cm | Foto: Ole Akhøj

Albert Gottschalk wurde 1866 in Stege geboren. Obwohl er nur seine halbe Kindheit auf Møn verbrachte, war er sein ganzes Leben mit dieser Gegend verbunden. Besonders angetan hatte es ihm die kleine Hauptstadt Stege, auf dieses Motiv ist er immer wieder zurückgekommen. Immer wieder hat Gottschalk die Stadt mit ihren Wegen, Gebäuden und dem provinziellen Straßenleben geschildert, aber auch die Lage der Stadt in der umgebenden Landschaft mit den Feldern und dem Bodden (Noret) ließ ihn nicht los, wie das vorliegende Bild deutlich zeigt. Der Maler hat in mehreren Bildern seine Inspiration gerade in den übersehenen und unauffälligen Randgebieten der Provinz gefunden, wo Stadt und Land aufeinandertreffen. Gottschalks Bilder waren oft bescheiden in Format und Durcharbeitung, was sie unfertig erscheinen ließ. Dabei war für den Künstler der künstlerische Schaffensprozess anstelle der exakten Motivwiedergabe der Dreh- und Angelpunkt.

Auf dem Bild ist die große Stadtkirche St. Hans zu sehen, deren Turm immer ein Wahrzeichen der Stadt war. In Gottschalks pastosem und skizzenartigem Pinselstrich wird die Stadt vom Kirchturm und dem Schornstein der Zuckerfabrik überragt, dessen schwarzer Rauch sich mit den weißen Himmelswolken mischt. Zusammen bilden diese beiden Gebäude die Skyline von Stege. In der Kirche, deren Spuren bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, und der Fabrik aus den 1880er Jahren kann man so das Bewusstsein von der historischen und modernen industriellen Dimension in einem kleinen Bild zusammengefasst sehen.

Jacob Helbo Jensen