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Hans Olde: Im Sonnenschein

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1892 | Öl auf Leinwand, 70 x 56 cm

Hans Olde zählt zu den ersten Künstlern in Deutschland, die sich ganz dem Impressionismus zuwandten. Als Sohn eines Landwirtes absolvierte er zunächst eine landwirtschaftliche Ausbildung, bevor er von 1879 bis 1884 an der Münchner Akademie Kunst studierte. Bei Aufenthalten in Paris (1886, 1888 und 1891) kam er mit der modernen Freilichtmalerei, vor allem mit dem Werk Monets in Kontakt. Im Juni 1892 siedelte Olde auf das väterliche Gut Seekamp bei Kiel über, wo das Gemälde „Im Sonnenschein“ entstand. Dargestellt ist vermutlich seine Frau Margarethe mit dem Sohn Joachim auf dem Arm, wie sie bei gleißendem Sonnenschein auf dem Feld mit einem Bauern im Gespräch ist.

Zur Darstellung von Licht- und Wetterstimmungen, der besonderen Atmosphäre eines Ortes oder Zeitpunkts bot die Natur dem Künstler alle denkbaren Vorlagen: leuchtende Farben im prallen Sonnenlicht ebenso wie die Bewegungen eines wolkigen Himmels. Die Plein-Air-Malerei, das Malen unter freiem Himmel, bot Zugang zu neuen Licht- und Farberlebnissen, die auf der Leinwand festgehalten wurden. Hans Olde versuchte sich um 1892 auch im Pointillismus, einer Technik, bei der die Farben ungemischt nebeneinander gesetzt werden. Damit suchte er im vorliegenden Bild eine malerische Entsprechung zum flirrenden Farbenspiel im Sonnenschein zu finden. Die Darstellung des gleißenden Sonnenlichts, wie es vor allem auf der Mutter-Kind-Gruppe liegt, hob Olde auch dadurch hervor, dass er das genaue Gegenteil – den Schatten auf Seiten des Bauern – ebenfalls ins Bild nahm.

Alexander Bastek