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Albert Gottschalk: Huse og stubmølle ved en vej. Fra Kalundborg

Häuser und Bockwindmühle an einem Weg. Bei Kalundborg

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1888 | Öl auf Leinwand, 27 x 52 cm | Foto: Ole Akhøj

Albert Gottschalks Landschaften sind meist menschenleer und von der Natur und einzelnen architektonischen Elementen beherrscht. In seinen Bildern sieht man himmelstrebende Kirchtürme und Turmspitzen, einsame Bockwindmühlen, Bäume und Alleen – kurz eine Kulturlandschaft, kombiniert mit Feldern und dem weiten Himmel. Meist waren Gottschalks Werke bescheiden in Format und Durcharbeitung, und er befasste sich weder mit der modernen Großstadt noch mit den monumentalen, romantischen oder bedeutungsschweren Seiten der Landschaft. Im Gegenteil, oft bildeten die Randgebiete der Stadt, sogenannte Banlieues die topographische Grundlage für die Motivwahl. Es ist die archetypische dänische Provinz, geschildert mit emotionaler Distanz, wobei die Betonung des künstlerischen Schaffensprozesses wichtiger als die exakte Wiedergabe des Motivs ist. Obwohl die Bilder den Charakter von Freiluftmalerei haben und im Skizzenformat mit schnellen Pinselstrichen gearbeitet sind, ist der Maler kein eigentlicher Impressionist. Ihn interessieren nicht die optischen Phänomene des Verhältnisses von Licht und Schatten, des formauflösenden Gegenlichts und der flimmernden Sonnenflecken. Doch wie die Impressionisten malte er immer im Freien im Einklang mit Licht und Wetter und verfolgte den Wechsel des Wetters und der Jahreszeiten. Er war für seine trüben Stimmungen bekannt, selbst in den Bildern, wo der Himmel scheinbar blau ist. In diesem Bild hier werden die Sonnenstreifen auch nur eben angedeutet, und die Schlagschatten sind wenig markant.

Gottschalk holte sich seine Inspiration u. a. aus der älteren niederländischen Kunst; darum kopierte er in seiner kurzen Zeit als Student an der Kopenhagener Kunstakademie 1882 auch Jan van Goyens (1596–1656) Prospekt von Arnhem (1646). Auch hier lag der Fokus auf der weiten Landschaft mit den architektonischen Teilen der Stadt, die wie vertikale Markierungen und Fixpunkte aufragen.

Jacob Helbo Jensen